Wie du mit Achtsamkeit deine Gewohnheiten analysieren kannst

innere Achtsamkeit

 

Achtsamkeit ist gerade in Mode. Und das zu recht. Nur für den unwahrscheinlichen Fall, dass du noch nichts davon gehört hast, erkläre ich es dir kurz.

Es geht dabei darum, dass du dich, deinen Körper, deine Empfindungen, deine Gefühle und deine Gedanken für eine kurze Zeit achtsam wahrnimmst. Dabei ist es wichtig, möglichst alle bewertenden Gedanken zu vermeiden. Du nimmst einfach nur wahr, was um dich herum passiert, wie sich dein Körper anfühlt, was dir so durch den Kopf geht und wie deine Stimmung ist.

Wir sind im Alltag üblicherweise viel zu wenig achtsam. Wir denken an alles Mögliche. Wir sind einem Dauerfeuer an Informationen, Sensationen und Ablenkungen ausgesetzt. Das ist auch kein Wunder, denn unser Hirn mag Achtsamkeit nicht besonders, denn dabei muss es sich anstrengen. Es möchte viel lieber im Autopilot-Modus laufen. Dabei verbraucht es weniger Energie.

Mit Achtsamkeit den Sinn einer Gewohnheit erkennen

Mit der inneren Achtsamkeit kannst du dir eine kleine Auszeit von Ablenkungen und vom inneren Autopiloten nehmen. Gleichzeitig lernst du, wieder mehr auf deinen Körper und deine Gefühle zu achten.

Und genau das kannst du nutzen, um deine Gewohnheiten besser kennenzulernen. Denn eine Gewohnheit hat oder hatte einen positiven Sinn, den dein Hirn verinnerlicht hat. Wenn du diesen Sinn noch nicht erkennen kannst, dann hilft dir die Methode der inneren Achtsamkeit möglicherweise dabei.

Achte auf den Moment, in dem du merkst, dass dich das Verlangen überkommt, eine ungewollte Gewohnheit auszuführen. Schalte dann vom Autopilot-Modus in den Achtsamkeitsmodus um.

Beobachte genau, was du denkst, was du fühlst und was du tust. Bewerte es aber nicht. Versuche auch nicht, es zu verändern. Beobachte einfach das Gefühl des Verlangens.

Führe dann die Gewohnheit aus und beobachte dich weiter dabei. Führe die Gewohnheit sehr bewusst aus. Achte vor allem auf den Moment, wenn dein Hirn dir die Belohnung in Form eines guten Gefühls gibt. Was fühlst du? Woran erinnert es dich? Welche inneren Bilder tauchen auf?

Weil es so wichtig ist noch einmal: Bewerte nicht! Es gibt kein Gut und kein Schlecht. Nimm einfach nur ein paar Minuten lang deine Eindrücke wahr.

Alles, was dir während dieser Übrung einfällt, könnte auf wichtige Aspekte deiner Gewohnheit hinweisen. Vor allem der Sinn, das eigentlich Ziel der Gewohnheit, ist für dich von Interesse. Kennst du das Ziel, kannst du Alternativen dafür finden.

Lass dir Zeit

Es ist sehr wahrscheinlich, dass du beim ersten Mal noch nicht zu vielen Erkenntnissen kommst. Vor allem wenn du keine Erfahrung mit Achtsamkeit hast, brauchst du möglicherweise ein wenig Übung. Das macht nichts, denn du hast ja genug Gelegenheiten dazu. Nutze einfach deine Gewohnheit zum Üben. Früher oder später wirst du das wahre Ziel der Gewohnheit herausfinden.

Übrigens: Auch Menschen mit viel Erfahrung mit innerer Achtsamkeit schaffen das meist nicht beim ersten Mal. Es braucht einfach eine gewisse Zeit, bis sich alles so zusammenfügt, dass du es erkennen kannst.

Achtsamkeit schwächt auch das Verlangen

Ich selbst habe schon öfter die Erfahrung gemacht, dass allein durch Achtsamkeit das dringliche Bedürfnis, das einer Gewohnheit üblicherweise vorausgeht, schwächer wird. Es scheint so, als ob das Bedürfnis einfach nur Beachtung will und deswegen so stark ist. Wenn du es nun achtsam wahrnimmst, verliert es an Kraft.

Es kann auch sein, dass die innere Achtsamkeit die Gewohnheit unterbricht. Ist die Unterbrechung lang genug, dann wird das Verlangen automatisch schwächer. Das ist eine Methode, die sich viele Süchtige beim Entzug zu Nutze machen wenn sie “die Welle reiten”. Aber dazu ein andermal mehr.

Probiere die innere Achtsamkeit aus!

 

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