Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 2

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 2

Warum Gewohnheiten so unglaublich stabil sind und was das mit den Basalganglien zu tun hat

Duhigg beschreibt den Fall eines Mannes mit schweren Gehirnschäden. Dieser ist nicht einmal im Stande, sich seinen Wohnort zu merken. Trotzdem kann er seine alten Gewohnheiten beibehalten und sich neue aneignen. Der Grund dafür ist, dass Gewohnheiten in den Basalganglien ablaufen. Das ist ein Teil des Gehirns, der normal funktionieren kann, obwohl der Rest des Gehirns beschädigt ist.

Das hat aber auch einen Nachteil.

Schlechte Gewohnheiten werden wir so schnell nicht los. Auch wenn wir glauben, sie überwunden zu haben, besteht trotzdem immer das Risiko, in die alte Gewohnheit zurückzufallen.

Gewohnheiten rufen Gelüste hervor – darum sind sie so beständig

Um dies zu verdeutlichen bringt Duhigg ein Beispiel aus eigener Erfahrung.

Er arbeitete in einem Bürohaus und hatte es sich angewöhnt, am Nachmittag in die Kantine zu gehen und sich einen Schokoladenkeks zu kaufen, den er natürlich sofort genussvoll verzehrte. Das führte dazu, dass er zunahm. Also beschloss er, dieser Gewohnheit auf den Grund zu gehen. Der Auslöser war schnell identifiziert. Es war immer die gleiche Uhrzeit am Nachmittag. Die “Belohnung” zu identifizieren war schwieriger. Es war nicht etwa einfach der Zucker. Letztendlich stellte es sich heraus, dass er den Keks eigentlich wegen der Menschen und der sozialen Kontakte in der Kantine haben wollte. Die Lösung war: Er ersetzte einfach den Keks durch etwas, was nicht dick macht.

Was das Überwinden einer Gewohnheit so schwer macht, ist das Verlangen nach der Belohnung, das man mit der Zeit entwickelt hat.

In Studien mit Tieren konnte Folgendes bewiesen werden: Wenn sich die Tiere an eine einfache Auslöser-Gewohnheit-Belohnung-Schleife gewöhnt haben, dann nimmt ihr Gehirn die Belohnung schon vorweg, bevor sie eintritt. Bleibt die Belohnung aber aus, reagieren die Tiere mit Frust und Ärger. Und so ist es bei uns Menschen auch.

Gute Gewohnheiten rufen ebenfalls Gelüste hervor. Beispielsweise konnte wissenschaftlich belegt werden, dass Menschen, die sich regelmäßig zum Sport motivieren können, sich davon eine Belohnung in Form von Endorphinen erhoffen. Endorphine sind drogenähnliche Botenstoffe, die der Körper selbst produziert. Das tut er unter anderem nach einer gewissen Zeit sportlicher Betätigung. Die Endorphine erzeugen ein Glücksgefühl und Erfolgserlebnis. Wie bei Drogen, will man davon irgendwann immer mehr. Genau dieses Verlangen verfestigt die Gewohnheit. Der Auslöser und die Belohnung allein reichen dafür aber nicht aus. Aber die Vorfreude auf die Belohnung bewirkt, dass wir die Gewohnheit ausführen.

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Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun was wir tun