Was die erste Seite meines Smartphones über meine Gewohnheiten verrät

Was die erste Seite meines Smartphones über meine Gewohnheiten verrät

 

Gordon Schönwälder hat auf seinem Blog zu einer – wie ich finde – sehr originellen Blogparade aufgerufen. Weil ich originelle Sachen wie diese gut finde, schreibe ich diesen Artikel dazu.

Gordon stellt die Theorie auf, dass die erste Seite eines Smartphones eine Menge über dessen Benutzer aussagt. Ich kann dem viel abgewinnen. Auf die erste Seite legt man üblicherweise jene Apps und Widgets, die man am Häufigsten braucht. Das sind sehr wahrscheinlich auch jene, an die man sich sehr gewöhnt hat.

Ich werde daher das Ganze mit Fokus auf den Aspekt Gewohnheiten und Routinen betrachten. Also Achtung, denn jetzt lernst du viel über meine eigenen Gewohnheiten.

Das Betriebssystem: Android, what else?

Ganz ehrlich:

Ich finde, ein iPhone ist super, aber viel zu teuer, für das was es bietet. Heutzutage bekommt man für weniger als die Hälfte des Preises eines iPhones ein sehr gutes Android-Smartphone.

Ja, vielleicht ist es nicht ganz so schön designt und Apple mag das besser durchdachte Smartphone-Betriebssystem haben. Aber so groß ist der Unterschied auch wieder nicht, als dass es diesen Preisunterschied rechtfertigen würde.

Dahinter steckt eine bei mir sehr ausgepräge Gewohnheit: Sparsamkeit. Das heißt nicht, dass ich mir nichts leiste. Aber ich schaue sehr genau auf das Preis-Leistungsverhältnis. Und das stimmt für mich bei Apple eben überhaupt nicht.

Im Hintergrund: kein Foto

Ich mag keine Hintergrundfotos.

Ich finde, sie lenken nur ab und verschlechtern die Erkennbarkeit der Symbole und der Schrift. Und darum geht es doch eigentlich bei einem Startbildschirm – schnell die App zu finden, die man braucht.

Deswegen verwende ich einen einfachen blauen Hintergrund mit ganz leichtem Verlauf der Helligkeit. Blau deswegen, weil diese Farbe für mich beruhigend wirkt.

Die Statusleiste: reduziert

Man sieht es auf dem Screenshot nicht, aber ich habe die Benachrichtigungen in der Statusleiste weitgehend abgestellt. Ich will alles vermeiden, was mich ablenkt. Zu 100 % geht das nicht, aber immerhin zu rund 80 %. Mit dem Rest kann ich leben.

Widget für Zeit und Datum

Ich habe es mir vor einiger Zeit abgewöhnt, eine Uhr zu tragen.

Ich finde, man muss nicht immer sofort wissen, wie spät es ist. Ich wollte damit auch mein Gefühl für Zeit wieder etwas trainieren. Das ist mir übrigens auch ganz gut gelungen.

Trotzdem brauche ich ab und zu die aktuelle Uhrzeit. Und die liefert mir naheliegenderweise das Smartphone. Das Widget zeigt die Uhrzeit in großen Zahlen, damit ich sie schnell erkennen kann.

Aber der eigentliche Grund für das Widget ist das Datum. Ich bin jemand, der sich das aktuelle Datum schlecht merkt. Wenn du mich schnell nach dem heutigem Datum fragst, muss ich meistens nachschauen, weil ich es im Kopf nicht parat habe. Da leistet mir dieses Widget gute Dienste.

Mir das heutige Datum zu merken, das wäre eigentlich auch einmal eine gute Gewohnheit, die ich mir aneignen könnte.

Die Schnellzugriffsleiste: Das Übliche mit einer Ausnahme

Ganz unten in der Schnellzugriffsleiste sind jene Apps, auf die ich immer Zugriffe haben will, egal auf welchem Bildschirm ich mich gerade befinde.

Hier finden sich bei mir die üblichen Verdächtigen: Chrome als Webbrowser, die Telefon-App, die Kamera-App und das Menü für alle installierten Apps.

Die Ausnahme ist das Diktiergerät.

Das nutze ich gelegentlich, um etwas einzusprechen, was ich mir merken will. Ich nutze es vor allem dann, wenn ich gerade keine Zeit oder Gelegenheit habe, um eine schriftliche Notiz zu machen.

Ich muss aber zugeben, dass ich das noch viel zu selten mache. Das muss ich mir auch erst noch angewöhnen.

App-Gruppen für mehr Übersicht und schnelleren Zugriff

Mein Android-Smartphone bietet die Möglichkeit, Apps in Gruppen anzuordnen. Ein Klick auf die Gruppe öffnet sie. Ein zweiter öffnet die gewünschte App.

Ich finde das viel effizienter, als zwischen Bildschirmen hin und her zu wischen.

Und sonst auf der ersten Seite? Nur Produktiv-Apps!

Ein Smartphone ist für mich hauptsächlich ein Werkzeug, um produktiver zu sein. Daher sind am Startbildschirm nur Produktivapps zu finden.

  • Cloud: Hier sind alle Cloud-Dienste versammelt, die ich nutze: Google Drive, Microsoft Onedrive und Dropbox
  • Messenger: enthält alle meine Kommunikations-Apps: Google-Hangouts, WhatsApp und die Nachrichten-App für SMS.
  • Office: Gruppe für Apps wie Taschenrechner, Google Docs und Tabellen sowie Trello. Letzteres benutze ich hauptsächlich für meinen Redaktionsplan
  • Onenote und Evernote: Ich bin dabei, von Evernote auf Onenote von Microsoft umzusteigen. Ich bin ja sonst kein spezieller Fan von Microsoft-Produkten, aber Onenote ist eine Ausnahme. Ab der Version 2013 ist es meiner Meinung nach viel besser und effizienter als Evernote – zumindest für meine Zwecke. Außerdem ist es komplett kostenlos und die Synchronisierung der Daten funktioniert über Onedrive tadellos.
  • Meine Ausgaben: Damit erfasse ich Barausgaben schnell und effizient. Der große Vorteil dieser App ist, dass ich die Daten in ein Dateiformat exportieren kann, das meine Buchhaltungssoftware einwandfrei importieren kann. So spare ich mir viel Zeit und Abtipparbeit.
  • Quire: Das ist eigentlich keine App, sondern ein Link, der die Quire Online-App im Browser öffnet. Es ist im Grunde eine Todo-App mit Schwerpunkt Projekte und Zusammenarbeit – ähnlich wie Asana. Der Ansatz von Quire gefällt mir aber viel besser. Ich hoffe, dass es bald eine native App für Android gibt. Angekündigt ist sie immerhin schon.
  • AntennaPod: ist meine App für Podcasts. Ich höre leidenschaftlich gerne Podcasts. Natürlich auch „Podcasthelden on Air“ von Gorden Schöwälder. Podcasts sind eine meiner Top-Bildungsquellen. AntennaPod ist Open Source und für meine Zwecke völlig ausreichend.
  • aCalendar+: Das ist eine der wenigen Apps, die ich gekauft habe. Mit der Kalender-App von Android komme ich nicht gut zurecht. Bei aCalendar gefällt mir vor allem die sehr übersichtliche Wochenansicht.
  • Kontakte: Zu den Kontakten gibt’s nicht viel zu sagen, außer vielleicht: ich verwalte meine Kontakte schon längere Zeit zentral in Google. So habe ich sie immer auf allen Geräten synchron und muss nur einmal erfassen oder ändern.
  • Gmail: Ich bin schon vor längerer Zeit auf Gmail umgestiegen. Am PC verwende ich nur die Online-Oberfläche von Google und am Smartphone die Android-App. Ich kann extrem produktiv damit arbeiten.
  • Google Notizen: Das ist mittlerweile meine Standard-Todo-App. Für die alltäglichen Aufgabenlisten brauche ich nicht mehr. Es ist außerdem meine Inbox. Alles, was mir so einfällt, landet erst einmal hier und wird dann weiterbearbeitet. Auch hier schätze ich, dass es einfach ist und sich alles sofort synchronisiert.

Warum kein Facebook, Twitter & Co?

Natürlich bin ich bei Facebook und Twitter.

Aber am Smartphone brauche ich das nicht. Es sind nur Zeitfresser. Die Ausnahme ist Google+. Aber selbst das öffne ich am Smartphone sehr selten.

Und was sagt das über meine Gewohnheiten aus?

Einfach, pragmatisch, produktiv

Das sind die Attribute, die mir selbst dazu einfallen. Ich habe offenbar einige Gewohnheiten und Routinen, dich mich recht effizient und effektiv machen. Fast alle Apps der Startseite unterstützen mich dabei. In einigen Fällen habe ich Routinen an die Funktionsweise der Apps angepasst.

Aber damit du mich nicht falsch verstehst. Eine Spaßbremse bin ich deswegen noch lange nicht. Die lustigeren Sachen liegen auf den anderen Startbildschirmen.

Dennoch gestehe ich, dass ich kein einziges Spiel installiert habe. Ich habe einfach bis jetzt keins gefunden, für das sich die Zeit lohnen würde, die ich damit verbringe. Intensiv danach suchen tue ich aber auch nicht. Ich bin eben kein „Spieler“ (Achtung: nützlicher Glaubenssatz, der viel Zeit spart!)

Das ist meine Einschätzung. Was sagt dir die erste Seite meines Smartphones? Schreibe es mir doch in einem Kommentar!