Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 7

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 7

Wir sind für unsere Gewohnheiten selbst verantwortlich

Duhigg vergleicht zwei Beispiele um zu verdeutlichen, dass wir für unsere Gewohnheiten verantwortlich sind, sobald wir uns ihrer bewusst werden.

Im Jahr 2008 erwürgte Brian Thomas eines Nachts seine Frau. Er stellte sich sofort der Polizei und wurde wegen Totschlags angeklagt. Zu seiner Verteidigung brachte er vor, unter Angst im Schlaf zu leiden. Er hätte gewissermaßen wie in einem Albtraum gehandelt. Als er seine Frau angriff, dachte er, er würde einen Einbrecher erwürgen. Seine Verteidiger argumentierten, es sei eine automatische Reaktion gewesen, entspungen aus dem Gedanken, seine Frau würde angegriffen. Er hätte sie gar nicht umbringen, sondern im Gegenteil verteidigen wollen. Er wäre eben nur einer Gewohnheit gefolgt, derer er sich jedoch nicht bewusst war..

Die zweite Geschichte handelt von Angie Bachman. Sie wurde vom Casino-Unternehmen Harrah’s angeklagt, eine halbe Million Dollar Spielschulden verursacht zu haben, nachdem sie bereits ihr Haus und ein Erbe in Höhe von einer Million Dollar verspielt hatte. Bachmann argumentierte, nur einer Gewohnheit gefolgt zu sein. Das Glücksspiel fühlte sich gut an und sie konnte einfach nicht widerstehen. Außerdem machte Harrah’s ihr verlockende Angebote, beispielsweise für kostenlose Trips ins Casino. Und das alles, obwohl Harrah’s wusste, dass Bachman spielsüchtig war und Gefahr lief, geradeaus in die Pleite zu schlittern.

Brian Thomas wurde freigesprochen. Viele, darunter der Richter, bekundeten ihm ihr großes Mitleid. Angie Bachman verlor ihren Fall und wurde zur Zielscheibe des öffentlichen Spotts. Beide konnten behaupten: „Nicht ich war schuld, sondern meine Gewohnheiten!“ Warum wurde aber nur Thomas freigesprochen? Die Antwort ist: Weil er sich seiner Gewohnheit nicht bewusst war.

Duhigg leitet daraus ab: Sobald wir unsere schlechten Gewohnheiten bemerken, tragen wir die Verantwortung dafür, sie zu verändern. Brian Thomas konnte das nicht, weil ihm nicht bewusst war, dass er durch seine Gewohnheit jemanden verletzen könnte. Bachman aber wusste, dass sie an Spielsucht litt und hätte die Folgen vorhersehen können. Sie hätte zumindest eine Therapie machen können und damit verhindern, dass sie auf die verlockenden Angebote von Harrah’s hereinfällt.

Meine Kurzrezension

Duhiggs Buch ist mehr ein Bericht über den Stand der wissenschaftlichen Forschung über Gewohnheiten und ihre Macht. Es erzählt viele Geschichten, die die verschiedenen Aspekte und Einflussfaktoren von Gewohnheiten verdeutlichen. Duhigg fasst dabei den Begriff der Gewohnheit sehr weit: von der Psychologie des Glücksspiels bis zu Bürgerrechtsbewegungen.

Immerhin ist das Buch recht gut lesbar. Man merkt, dass Duhigg erfahrener Jounalist und Geschichtenerzähler ist. Er verpackt seine Botschaften in spannende Geschichten über ungewöhnliche Schicksale. Das ist aber gleichzeitig die Schwäche des Buches. Die oft langatmigen Erzählungen ermüden rasch und erwecken den Eindruck, dass sie nur dazu da sind, den Seitenumfang des Buches zu erhöhen.

Wer sich einen praxisnahen Ratgeber zum Ändern schlechter Gewohnheiten erwartet, wird wahrscheinlich eher enttäuscht sein. Dieser Aspekt wird zwar auch behandelt, ist aber im Vergleich zum Rest deutlich unterrepräsentiert. Schade, denn das ist vermutlich der ausschlaggebende Grund, warum sich jemand dieses Buch kauft.

Link zum Buch bei Amazon
Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun was wir tun

Empfehlenswerte Alternativen

Jeder Tag hat viele Leben: Die Philosophie der kleinen Schritte
von Clemens Sedlak

Und natürlich mein eigenes Buch zum Thema: Gute Gewohnheiten entwickeln