Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 4

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 4

Wie man große Veränderungen durch kleine Schlüsselgewohnheiten erreicht

Duhigg berichtet über den früheren US-Finanzminister Paul O’Neill. Als dieser zum CEO der maroden Aluminiumfirma Alcoa wurde, waren viele Investoren skeptisch. Sie hatten Angst, weil O’Neill Sicherheit am Arbeitsplatz zur obersten Priorität erklärte, anstatt Profite und Einnahmen. Ein Investor hielt ihn sogar für einen verrückten Hippie, der das Unternehmen noch in den Ruin treiben würde.

Diese Einschätzung sollte sich als falsch erweisen. O’Neill reformierte Alcoa und verfünffachte den Jahresgewinn des Unternehmens. Sein Erfolgsrezept: Gewohnheiten. Er begriff dass er bestimmte Gewohnheiten im Unternhmen verändern musste, um Alcoa nach vorn zu bringen.

Außerdem hatte er erkannt, dass nicht alle Gewohnheiten gleich sind. Einige – so genannte Schlüsselgewohnheiten – sind wichtiger als andere. Wenn er es schaffte, solche Schlüsselgewohnheiten im Unternehmen durchzusetzen, würde das weitere positive Auswirkungen haben und auf andere Bereiche übergreifen.

Die wichtigste dieser Schlüsselgewohnheiten war für O’Neill die Arbeitersicherheit. Ihr räumte er oberste Priorität ein. Er zwang seine Manager und Angestellten, darüber nachzudenken, wie sie den Herstellungsprozess sicherer gestalten könnten. Der Erfolg gab ihm recht. Er konnte das Unternehmen damit von Grund auf modernisieren und wieder in die Gewinnzone bringen.

Schlüsselgewohnheiten funktionieren auch auf anderen Ebenen. Ärzte haben große Mühe, übergewichtige Menschen zu einer grundlegenden Veränderung ihrer Lebensweise zu bewegen. In Studien konnte belegt werden, dass jene Patienten, die sich das sorgfältige Führen eines Essenstagebuches angewöhnten, bald viele weitere positive Gewohnheiten zeigten. Gewohnheiten, die dazu führten, dass sie weniger und gesünder aßen und dadurch an Gewicht verloren.

Schlüsselgewohnheiten hören sich zwar bedeutungsvoll an und sind es auch. Das heißt aber nicht, dass sie schwierig umzusetzten sind. Im Gegenteil: sie sind keine große Sache, nicht schwierig zu erlernen, bringen zwar nur kleine Gewinne, führen aber zur schnellen Erfolgen. Das Erreichen von Schlüsselgewohnheiten stärkt den Glauben, dass Wandel auch in anderen Lebensbereichen möglich ist. Sie lösen eine Kaskade weitere positiver Veränderungen aus.

Willenskraft ist die wichtigste Schlüsselgewohnheit

Hier beschreibt Duhigg eine berühmte Studie von Walter Mischel an der Stanford University: Die “Marshmellow-Studie”. Sie brachte die Erkenntnis, dass Menschen mit viel Willenskraft es im Leben weiter bringen, als Menschen, denen es an Willenskraft fehlt.

In der Studie mussten vierjährige Kinder der Versuchung widerstehen, einen Marshmallow zu essen, während der Versuchsleiter für eine Weile aus dem Zimmer ging. Als Belohnung bekamen sie einen weiteren Marshmellow. Jahre später wurden die nunmehr Erwachsenen erneut untersucht. Es zeigte sich, dass jene, die der Versuchung widerstehen konnten und den Marshmellow nicht gegessen hatten, tendenziell erfolgreicher waren, als jene, die der Versuchung erlagen.

Willenskraft, ist also eine Schlüsselgewohnheit, die sich auf viele Lebensbereiche auswirkt.

Willenskraft ist erlernbar

Warum ist unsere Willenskraft so unberechenbar? Manchmal fällt es uns sehr leicht, uns zu überwinden, und manchmal sind wir willfährige Sklaven unserer Gelüste.

In weiteren Studien stellte sich heraus, dass Willenskraft wie ein Muskel ist: Sie kann sich während des Tages erschöpfen. Wenn wir sie unter Tags stark beanspruchen, bleibt uns recht bald keine Willenskraft mehr übrig. Sie kann aber auch trainiert werden, indem wir Gewohnheiten nachgehen, die Entschlossenheit erfordern.

Viele Faktoren können sich auf unsere Willenskraft auswirken. Bei Starbucks zeigte sich beispielsweise, dass Mitarbeiter – egal, wie ihre Gemütslage gerade war – lächeln und gut gelaunt wirken konnten. Kam es allerdings zu einer Stresssituation – fing ein Kunde z.B. zu schreien an – war es meist aus mit der Lässigkeit. Durch Studien inspiriert beschlossen die Geschäftsführer, ihre Mitarbeiter auf unangenehme Situationen vorzubereiten. Sie stellten ihnen einen Plan zur Verfügung. Dieser sollte sollte helfen, auch unter Druck die für dessen Durchführung erforderliche Willenskraft aufzubringen.

Auch ein Mangel an Autonomie kann unsere Willenskraft beeinträchtigen. Wenn Menschen etwas nicht freiwillig tun, sondern nur auf Befehl hin, erschöpft sich ihre Willenskraft viel schneller.

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