Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 3

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 3

Wie die Werbebranche Gewohnheiten bewusst einsetzt

Unternehmen und die Werbebranche haben erkannt, dass es sich auszahlt diese Gewohnheiten zu verstehen und für sich zu nutzten. Sie tun das, indem sie versuchen, ihren Kunden Gelüste, die mit ihren Produkten zusammenhängen, anzugewöhnen. Duhigg beschreibt als Beispiel den Fall von Claude Hopkins: Er verhalf der Zahnpasta Pepsodent zu großer Beliebtheit. Und das zu einer Zeit, als andere Zahnpasten auf dem Markt versagten. Was er anders machte, war, dass er den Fokus der Werbung auf die Belohnung legte, die das Verlangen der Menschen weckte. Die Belohnung war das kühle Frischegefühl. Dieses war eine gut spürbare Belohnung und schon bald entwickelten die Konsumenten ein Verlangen danach.

Es genügt nicht, eine Gewohnheit zu ändern: Man muss auch an die Veränderung glauben

Raucher oder Alkoholiker kennen das: Wenn das Verlangen nach Nikotin oder Alkohol kommt, kann man es nur schwer ignorieren. Laut Duhigg sollte man das auch gar nicht. Der Trick besteht darin, den Drang wahrzunehmen und ihn auf eine andere Weise als durch das Rauchen oder das Trinken zu befriedigen.

Man sollte also nicht versuchen, der Lust zu widerstehen, sondern sie zu lenken. Den Auslöser und die Belohnung kann man beibehalten. Nur die Routine wird durch eine bessere ersetzt. So machen es auch die Anonymen Alkoholiker (AA) und der Erfolg kann sich sehen lassen: Über zehn Millionen Betroffenen sollen sie beim Überwinden ihrer Sucht bereits geholfen haben.

Im Detail funktioniert das so: Die AA fordern ihre Teilnehmer auf, eine Liste all dessen zu erstellen, was sie sich vom Trinken erhoffen. Das sind üblicherweise Dinge wie Entspannung oder Gesellschaft – jedenfalls nicht der eigentliche Rausch. Die AA schlagen dann neue Gewohnheiten vor, die das Gleiche bewirken sollen. Es geht also darum, das Trinken durch weniger schädliche Methoden zu ersetzen.

Jetzt kommt ein großes ABER: Diese Methode funktioniert nicht immer. In besonders stressigen Situationen – beispielsweise einem Schicksalsschlag – fallen viele in ihre alte Gewohnheit – in diesem Fall das Trinken – zurück.

Hier soll der Glaube helfen. Das deuten zumindest einige Forschungsergebnisse an. Menschen die sehr religiös waren, konnten mit solchen Rückschlägen deutlich besser umgehen, als Nichtgläubige. Die Glaubensrichtung spielte dabei übrigens keine Rolle. Ob man Christ, Moselm, Hinduist, Buddhist oder sonst irgendeinen Glauben hatte: Je stärker der war, desto besser konnten die Menschen Rückschläge aushalten.

Der Glaube unterstützt die Betroffenen dabei, an die Möglichkeit einer Veränderung zu glauben, die sie nicht allein schultern müssen. In schwierigen Lebensumstände spendet der Glaube Kraft.

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Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun was wir tun