Buchempfehlungen

Jeder Tag hat viele Leben
Die Philosophie der kleinen Schritte

von Clemens Sedlak

Keine Frage – Clemens Sedmak weiß wie man gut schreibt, nämlich fesselnd, flüssig und gut lesbar. Für eine Philosophen will das was heißen.
In seinem Buch unterbreitet er uns eine breite Palette von Aspekten über Gewohnheiten.

Um seine Überlegungen für alle gut verständlich zu machen, veranschaulicht er sie mit den Geschichten von zwölf Testpersonen. Diese hat er gebeten, ein 30-Tage-Experiment mit sich selbst anzustellen. Sie sollten versuchen, eine neue Gewohnheit zu erwerben oder eine alte abzulegen.

Diese Personen führten schriftliche Aufzeichnungen. Wie haben sie „ihre“ Gewohnheit für dieses Experiment ausgewählt? Warum gerade diese? Und wie ist es ihnen im Laufe der 30 Tage gegangen? Sedmak bringt immer wieder Auszüge aus diesen Aufzeichnungen. Beim Lesen ertappt man sich bei dem Gedanken, es handle sich um einen selbst oder um einen guten Freund.

Das Buch ist keiner der üblichen Ratgeber, die in oft marktschreierischer Marnier ihre Methode als die einzig richtige preisen. Diesen Anspruch erhebt Sedmak gar nicht. Stattdessen bringt er den Leser zum Nachdenken – über sich, seine Gewohnheiten und deren Vor- und Nachteile. Und was könnten diese damit zu tun haben, dass wir oft glauben, unser Leben ändern zu müssen?

Verziehen sei Sedmak, dass er bei den zitierten Quellen ein wenig zu tief aus der Religion und der Theologie schöpft. Immerhin ist er auch Theologe. Aber es lässt sich an keiner Stelle im Buch eine missionarische Absicht erkennen.

Der Zauber dieses Buches ist, dass einem während der unterhaltsamen Lektüre allmählich und ganz wie von selbst Ideen kommen, wie man ein paar Gewohnheiten erwerben oder ändern könnte. Und wenn es auch nur eine Kleinigkeit ist, so wird es jedem Leser zum Vorteil gereichen.