Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 7

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 7

Wir sind für unsere Gewohnheiten selbst verantwortlich

Duhigg vergleicht zwei Beispiele um zu verdeutlichen, dass wir für unsere Gewohnheiten verantwortlich sind, sobald wir uns ihrer bewusst werden.

Im Jahr 2008 erwürgte Brian Thomas eines Nachts seine Frau. Er stellte sich sofort der Polizei und wurde wegen Totschlags angeklagt. Zu seiner Verteidigung brachte er vor, unter Angst im Schlaf zu leiden. Er hätte gewissermaßen wie in einem Albtraum gehandelt. Als er seine Frau angriff, dachte er, er würde einen Einbrecher erwürgen. Seine Verteidiger argumentierten, es sei eine automatische Reaktion gewesen, entspungen aus dem Gedanken, seine Frau würde angegriffen. Er hätte sie gar nicht umbringen, sondern im Gegenteil verteidigen wollen. Er wäre eben nur einer Gewohnheit gefolgt, derer er sich jedoch nicht bewusst war..

Die zweite Geschichte handelt von Angie Bachman. Sie wurde vom Casino-Unternehmen Harrah’s angeklagt, eine halbe Million Dollar Spielschulden verursacht zu haben, nachdem sie bereits ihr Haus und ein Erbe in Höhe von einer Million Dollar verspielt hatte. Bachmann argumentierte, nur einer Gewohnheit gefolgt zu sein. Das Glücksspiel fühlte sich gut an und sie konnte einfach nicht widerstehen. Außerdem machte Harrah’s ihr verlockende Angebote, beispielsweise für kostenlose Trips ins Casino. Und das alles, obwohl Harrah’s wusste, dass Bachman spielsüchtig war und Gefahr lief, geradeaus in die Pleite zu schlittern.

Brian Thomas wurde freigesprochen. Viele, darunter der Richter, bekundeten ihm ihr großes Mitleid. Angie Bachman verlor ihren Fall und wurde zur Zielscheibe des öffentlichen Spotts. Beide konnten behaupten: „Nicht ich war schuld, sondern meine Gewohnheiten!“ Warum wurde aber nur Thomas freigesprochen? Die Antwort ist: Weil er sich seiner Gewohnheit nicht bewusst war.

Duhigg leitet daraus ab: Sobald wir unsere schlechten Gewohnheiten bemerken, tragen wir die Verantwortung dafür, sie zu verändern. Brian Thomas konnte das nicht, weil ihm nicht bewusst war, dass er durch seine Gewohnheit jemanden verletzen könnte. Bachman aber wusste, dass sie an Spielsucht litt und hätte die Folgen vorhersehen können. Sie hätte zumindest eine Therapie machen können und damit verhindern, dass sie auf die verlockenden Angebote von Harrah’s hereinfällt.

Meine Kurzrezension

Duhiggs Buch ist mehr ein Bericht über den Stand der wissenschaftlichen Forschung über Gewohnheiten und ihre Macht. Es erzählt viele Geschichten, die die verschiedenen Aspekte und Einflussfaktoren von Gewohnheiten verdeutlichen. Duhigg fasst dabei den Begriff der Gewohnheit sehr weit: von der Psychologie des Glücksspiels bis zu Bürgerrechtsbewegungen.

Immerhin ist das Buch recht gut lesbar. Man merkt, dass Duhigg erfahrener Jounalist und Geschichtenerzähler ist. Er verpackt seine Botschaften in spannende Geschichten über ungewöhnliche Schicksale. Das ist aber gleichzeitig die Schwäche des Buches. Die oft langatmigen Erzählungen ermüden rasch und erwecken den Eindruck, dass sie nur dazu da sind, den Seitenumfang des Buches zu erhöhen.

Wer sich einen praxisnahen Ratgeber zum Ändern schlechter Gewohnheiten erwartet, wird wahrscheinlich eher enttäuscht sein. Dieser Aspekt wird zwar auch behandelt, ist aber im Vergleich zum Rest deutlich unterrepräsentiert. Schade, denn das ist vermutlich der ausschlaggebende Grund, warum sich jemand dieses Buch kauft.

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Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun was wir tun

Empfehlenswerte Alternativen

Jeder Tag hat viele Leben: Die Philosophie der kleinen Schritte
von Clemens Sedlak

Und natürlich mein eigenes Buch zum Thema: Gute Gewohnheiten entwickeln

Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 6

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 6

Was Protestbewegungen, soziale Beziehungen und Gruppendruck mit Gewohnheiten zu tun haben

1955 wurde Rosa Parks zu einer Ikone der Bürgerrechtsbewegung. Die Afroamerikanerin weigerte sich in Montgomery, Georgia, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Mann zu räumen, was damals üblich gewesen wäre. Sie wurde verhaftet und angeklagt. Dieses Ereignis löste die bislang größten Bürgerrechtsproteste in den USA aus.

Dabei war Rosa Parks Aufbegehren keinesfalls einzigartig oder erstmalig. Schon viele andere waren aus gleichen Gründen verhaftet worden. Wie lässt sich dieser “Erfolg” also erklären

Das hatte mehrere Gründe.

  • Rosa Parks war in ihrer Gemeinde besonders beliebt.
  • Ihr Bekanntenkreis war groß und das Spektrum ihrer Freunde ungewöhnlich breit.
  • Sie war Mitglied vieler Clubs und Vereine.
  • Sie hatte enge Beziehungen zu allen möglichen Menschen, von Arbeitern bis zu Professoren.

Diese starken Beziehungen brachten sie aus dem Gefängnis und führten dazu, dass sich die Nachricht über ihre Festnahme rasch und weit verbreiteten. Die Folge war ein lang andauernder Protest in Form eines Busboykotts, der die regionalen Busunternehmen in arge finanzielle Bedrängnis brachte.

Ihre Freunde allein hätten aber den Boykott nicht lange aufrechterhalten können. Es war der Gruppendruck, der da mithalf. Jeder Mensch hat nicht nur starke, enge Beziehungen, sondern auch schwache. Damit sind Bekannte gemeint, die keine engeren Freunde sind. Sie üben den Gruppendruck aus. Wenn sie eine Bewegung unterstützen, lässt sich das nur schwer ignorieren.

Als die Unterstützung des Boykotts durch die schwarze Gemeinde zu schwinden begann, hielt Martn Luther King seine berühmte Rede “I have a dream”. In dieser forderte er die Teilnehmer der Bewegung zur einer Abkehr von Gewalt auf. Er rief die Teilnehmer dazu auf, ihren Unterdrückern zu verzeihen.

Diese Botschaft veranlasste viele Menschen, neue Gewohnheiten anzunehmen. Sie organisierten sich in Kirchenzusammenkünften und protesierten auf friedliche Art und Weise. So wurde die Bewegung zu einer sich selbst antreibenden Kraft.

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Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun was wir tun

Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 5

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 5

Schlechte Gewohnheiten von Organisationen können gefährlich sein – eine Krise kann sie verändern

Viele Organisationen werden von inoffiziellen, organisationsinternen Gewohnheiten beherrscht. Diese haben sich im Laufe der Zeit unter den Mitarbeitern herausgebildet, ohne dass dabei ein bewusster Entscheidungsprozess stattgefunden hat.

Als Beispiel bringt Duhigg den Zustand der Londoner U-Bahn im Jahr 1987. Der Betrieb der U-Bahn teilte sich damals in mehrere scharf voneinander getrennte Verantwortungsbereiche. Die Mitarbeiter entwickelten die organisationsinterne Gewohnheit, ihre Abteilungsgrenzen nicht zu überschreiten. Versuchte das jemand, hatte er mit Missbilligung zu rechnen. Wie in vielen anderen Organisationen auch, glich die Londoner U-Bahn einem Schlachtfeld, auf dem Individuen um Macht und Lohn rangen. Die Gewohnheit, sich nur um seine eigenen Angelegenheiten zu kümmern, sorgte für Frieden.

In einer Krise erwies sich diese Gewohnheit aber als fatal. 1987 bemerkte ein Fahrkartenkontrolleur in der U-Bahn-Station King’s Cross Anzeichen für ein Feuer. Alarm schlug er aber nicht. Dafür war er nämlich nicht zuständig. Das Feuer breitete sich aus. Keiner der Anwesenden wusste, wie man die Löschanlage einschaltet. Niemand fühlte sich dazu ermächtigt, einen Feuerlöscher zu benutzen. Das lag alles im Verantwortungsbereich von irgendjemand anderem.

Es kam, wie es kommen musste. Innerhalb weniger Minuten stand die Schalterhalle in Vollbrand. Viele Menschen starben. Noch viele mehr erlitten Rauchgasvergiftungen und schwere Brandwunden.

Solche Katastrophen dürften eigentlich nicht passieren. Wenn sie es doch tun, bieten sie zumindest einen Anlass, die organisationsinternen Gewohnheiten zu erneuern. Bei der Untersuchung der Feuerursachen stellte Desmond Fennel fest, dass schon oft vielleicht lebensrettende Veränderungen vorgeschlagen wurden. Nur umgesetzt wurden sie nie.

Als Konsequenz aus der Untersuchung forderte er deren Umsetzung, stieß dabei aber auf Widerstand. Daher machte er aus der Untersuchung einen Medienrummel – eine Krise, die ihm die Durchsetzung von Veränderungen ermöglichte. Heutzutage hat jede Londoner U-Bahn-Station einen Manager, dessen Hauptaufgabe die Sicherheit der Fahrgäste ist.

Wie Unternehmen unsere Gewohnheiten für ihr Marketing nutzen

Vertreter kennen ihre Kunden genau – oft besser als die Kunden sich selbst. Unternehmen sammeln Unmengen an Daten über unser Konsumverhalten und passen ihr Angebot und ihre Werbung entsprechend an.

So nutzen sie z.B. das Phänomen, dass die meisten Menschen nach dem Betreten eines Geschäfts zunächst instinktiv nach rechts gehen. Natürlich stehen im Supermarkt die besonders gewinnbringenden Produkte hinter dem Eingang auf der rechten Seite.

Zur Meisterschaft in dieser Disziplin brachte es das amerikanische Handelsunternehmen Target. Es hat mehrere Millionen Kunden und sammelt Terabytes an Daten über sie. Diese werden penibel analysiert. Das ging so weit, dass das Unternehmen anhand der Veränderungen im Kaufverhalten von schwangeren Kundinnen ermitteln konnte, wann diese ihr Kind zur Welt bringen würden. Im genau richtigen Moment schickte Target den Frauen gezielt Gutscheine für Babywaren.

Die Datenanalyse funktionierte so gut, dass Target angeblich von der Schwangerschaft einer Jugendlichen wusste, noch bevor ihre Eltern eingeweiht waren. Diese wunderten sich, warum Target ihrer Tochter Gutscheine für Babywaren schickte. Der verärgerte Vater sah sich veranlasst, dem Manager einen Besuch abzustatten, ihn zur Rede zu stellen und eine Entschuligung zu fordern. Gleich danach beichtete seine Tochter, dass sie wirklich schwanger war. Der beschämte Vater musste sich entschuldigen.

Konsumenten wollen äußerst ungern ausspioniert werden. Auch das musste Target lernen, löste das Problem aber elegant. Damit die Gutscheine für Babywaren auch die erwünschte Wirkung zeigten, wurden sie nun unter zufällige, in keinem Zusammenhang zur Schwangerschaft stehende Angebote gemischt. So blieb der Anschein von Zufälligkeit gewahrt und die Kunden schöpften keinen Verdacht mehr, ausspioniert zu werden.

Unternehmen nutzen unsere Gewohnheiten aber auch noch anders. Wollen sie uns etwas Neues verkaufen, achten sie beispielsweise darauf, dass es einen vertrauten Eindruck auf uns macht. Duhigg beschreibt das Beispiel eines Radio-DJs, der einen Song beliebt machte, indem er ihn öfter zwischen zwei bestehenden Hit-Songs spielte.

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Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun was wir tun

Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 4

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 4

Wie man große Veränderungen durch kleine Schlüsselgewohnheiten erreicht

Duhigg berichtet über den früheren US-Finanzminister Paul O’Neill. Als dieser zum CEO der maroden Aluminiumfirma Alcoa wurde, waren viele Investoren skeptisch. Sie hatten Angst, weil O’Neill Sicherheit am Arbeitsplatz zur obersten Priorität erklärte, anstatt Profite und Einnahmen. Ein Investor hielt ihn sogar für einen verrückten Hippie, der das Unternehmen noch in den Ruin treiben würde.

Diese Einschätzung sollte sich als falsch erweisen. O’Neill reformierte Alcoa und verfünffachte den Jahresgewinn des Unternehmens. Sein Erfolgsrezept: Gewohnheiten. Er begriff dass er bestimmte Gewohnheiten im Unternhmen verändern musste, um Alcoa nach vorn zu bringen.

Außerdem hatte er erkannt, dass nicht alle Gewohnheiten gleich sind. Einige – so genannte Schlüsselgewohnheiten – sind wichtiger als andere. Wenn er es schaffte, solche Schlüsselgewohnheiten im Unternehmen durchzusetzen, würde das weitere positive Auswirkungen haben und auf andere Bereiche übergreifen.

Die wichtigste dieser Schlüsselgewohnheiten war für O’Neill die Arbeitersicherheit. Ihr räumte er oberste Priorität ein. Er zwang seine Manager und Angestellten, darüber nachzudenken, wie sie den Herstellungsprozess sicherer gestalten könnten. Der Erfolg gab ihm recht. Er konnte das Unternehmen damit von Grund auf modernisieren und wieder in die Gewinnzone bringen.

Schlüsselgewohnheiten funktionieren auch auf anderen Ebenen. Ärzte haben große Mühe, übergewichtige Menschen zu einer grundlegenden Veränderung ihrer Lebensweise zu bewegen. In Studien konnte belegt werden, dass jene Patienten, die sich das sorgfältige Führen eines Essenstagebuches angewöhnten, bald viele weitere positive Gewohnheiten zeigten. Gewohnheiten, die dazu führten, dass sie weniger und gesünder aßen und dadurch an Gewicht verloren.

Schlüsselgewohnheiten hören sich zwar bedeutungsvoll an und sind es auch. Das heißt aber nicht, dass sie schwierig umzusetzten sind. Im Gegenteil: sie sind keine große Sache, nicht schwierig zu erlernen, bringen zwar nur kleine Gewinne, führen aber zur schnellen Erfolgen. Das Erreichen von Schlüsselgewohnheiten stärkt den Glauben, dass Wandel auch in anderen Lebensbereichen möglich ist. Sie lösen eine Kaskade weitere positiver Veränderungen aus.

Willenskraft ist die wichtigste Schlüsselgewohnheit

Hier beschreibt Duhigg eine berühmte Studie von Walter Mischel an der Stanford University: Die “Marshmellow-Studie”. Sie brachte die Erkenntnis, dass Menschen mit viel Willenskraft es im Leben weiter bringen, als Menschen, denen es an Willenskraft fehlt.

In der Studie mussten vierjährige Kinder der Versuchung widerstehen, einen Marshmallow zu essen, während der Versuchsleiter für eine Weile aus dem Zimmer ging. Als Belohnung bekamen sie einen weiteren Marshmellow. Jahre später wurden die nunmehr Erwachsenen erneut untersucht. Es zeigte sich, dass jene, die der Versuchung widerstehen konnten und den Marshmellow nicht gegessen hatten, tendenziell erfolgreicher waren, als jene, die der Versuchung erlagen.

Willenskraft, ist also eine Schlüsselgewohnheit, die sich auf viele Lebensbereiche auswirkt.

Willenskraft ist erlernbar

Warum ist unsere Willenskraft so unberechenbar? Manchmal fällt es uns sehr leicht, uns zu überwinden, und manchmal sind wir willfährige Sklaven unserer Gelüste.

In weiteren Studien stellte sich heraus, dass Willenskraft wie ein Muskel ist: Sie kann sich während des Tages erschöpfen. Wenn wir sie unter Tags stark beanspruchen, bleibt uns recht bald keine Willenskraft mehr übrig. Sie kann aber auch trainiert werden, indem wir Gewohnheiten nachgehen, die Entschlossenheit erfordern.

Viele Faktoren können sich auf unsere Willenskraft auswirken. Bei Starbucks zeigte sich beispielsweise, dass Mitarbeiter – egal, wie ihre Gemütslage gerade war – lächeln und gut gelaunt wirken konnten. Kam es allerdings zu einer Stresssituation – fing ein Kunde z.B. zu schreien an – war es meist aus mit der Lässigkeit. Durch Studien inspiriert beschlossen die Geschäftsführer, ihre Mitarbeiter auf unangenehme Situationen vorzubereiten. Sie stellten ihnen einen Plan zur Verfügung. Dieser sollte sollte helfen, auch unter Druck die für dessen Durchführung erforderliche Willenskraft aufzubringen.

Auch ein Mangel an Autonomie kann unsere Willenskraft beeinträchtigen. Wenn Menschen etwas nicht freiwillig tun, sondern nur auf Befehl hin, erschöpft sich ihre Willenskraft viel schneller.

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Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun was wir tun

Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 3

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 3

Wie die Werbebranche Gewohnheiten bewusst einsetzt

Unternehmen und die Werbebranche haben erkannt, dass es sich auszahlt diese Gewohnheiten zu verstehen und für sich zu nutzten. Sie tun das, indem sie versuchen, ihren Kunden Gelüste, die mit ihren Produkten zusammenhängen, anzugewöhnen. Duhigg beschreibt als Beispiel den Fall von Claude Hopkins: Er verhalf der Zahnpasta Pepsodent zu großer Beliebtheit. Und das zu einer Zeit, als andere Zahnpasten auf dem Markt versagten. Was er anders machte, war, dass er den Fokus der Werbung auf die Belohnung legte, die das Verlangen der Menschen weckte. Die Belohnung war das kühle Frischegefühl. Dieses war eine gut spürbare Belohnung und schon bald entwickelten die Konsumenten ein Verlangen danach.

Es genügt nicht, eine Gewohnheit zu ändern: Man muss auch an die Veränderung glauben

Raucher oder Alkoholiker kennen das: Wenn das Verlangen nach Nikotin oder Alkohol kommt, kann man es nur schwer ignorieren. Laut Duhigg sollte man das auch gar nicht. Der Trick besteht darin, den Drang wahrzunehmen und ihn auf eine andere Weise als durch das Rauchen oder das Trinken zu befriedigen.

Man sollte also nicht versuchen, der Lust zu widerstehen, sondern sie zu lenken. Den Auslöser und die Belohnung kann man beibehalten. Nur die Routine wird durch eine bessere ersetzt. So machen es auch die Anonymen Alkoholiker (AA) und der Erfolg kann sich sehen lassen: Über zehn Millionen Betroffenen sollen sie beim Überwinden ihrer Sucht bereits geholfen haben.

Im Detail funktioniert das so: Die AA fordern ihre Teilnehmer auf, eine Liste all dessen zu erstellen, was sie sich vom Trinken erhoffen. Das sind üblicherweise Dinge wie Entspannung oder Gesellschaft – jedenfalls nicht der eigentliche Rausch. Die AA schlagen dann neue Gewohnheiten vor, die das Gleiche bewirken sollen. Es geht also darum, das Trinken durch weniger schädliche Methoden zu ersetzen.

Jetzt kommt ein großes ABER: Diese Methode funktioniert nicht immer. In besonders stressigen Situationen – beispielsweise einem Schicksalsschlag – fallen viele in ihre alte Gewohnheit – in diesem Fall das Trinken – zurück.

Hier soll der Glaube helfen. Das deuten zumindest einige Forschungsergebnisse an. Menschen die sehr religiös waren, konnten mit solchen Rückschlägen deutlich besser umgehen, als Nichtgläubige. Die Glaubensrichtung spielte dabei übrigens keine Rolle. Ob man Christ, Moselm, Hinduist, Buddhist oder sonst irgendeinen Glauben hatte: Je stärker der war, desto besser konnten die Menschen Rückschläge aushalten.

Der Glaube unterstützt die Betroffenen dabei, an die Möglichkeit einer Veränderung zu glauben, die sie nicht allein schultern müssen. In schwierigen Lebensumstände spendet der Glaube Kraft.

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Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun was wir tun

Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 2

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 2

Warum Gewohnheiten so unglaublich stabil sind und was das mit den Basalganglien zu tun hat

Duhigg beschreibt den Fall eines Mannes mit schweren Gehirnschäden. Dieser ist nicht einmal im Stande, sich seinen Wohnort zu merken. Trotzdem kann er seine alten Gewohnheiten beibehalten und sich neue aneignen. Der Grund dafür ist, dass Gewohnheiten in den Basalganglien ablaufen. Das ist ein Teil des Gehirns, der normal funktionieren kann, obwohl der Rest des Gehirns beschädigt ist.

Das hat aber auch einen Nachteil.

Schlechte Gewohnheiten werden wir so schnell nicht los. Auch wenn wir glauben, sie überwunden zu haben, besteht trotzdem immer das Risiko, in die alte Gewohnheit zurückzufallen.

Gewohnheiten rufen Gelüste hervor – darum sind sie so beständig

Um dies zu verdeutlichen bringt Duhigg ein Beispiel aus eigener Erfahrung.

Er arbeitete in einem Bürohaus und hatte es sich angewöhnt, am Nachmittag in die Kantine zu gehen und sich einen Schokoladenkeks zu kaufen, den er natürlich sofort genussvoll verzehrte. Das führte dazu, dass er zunahm. Also beschloss er, dieser Gewohnheit auf den Grund zu gehen. Der Auslöser war schnell identifiziert. Es war immer die gleiche Uhrzeit am Nachmittag. Die “Belohnung” zu identifizieren war schwieriger. Es war nicht etwa einfach der Zucker. Letztendlich stellte es sich heraus, dass er den Keks eigentlich wegen der Menschen und der sozialen Kontakte in der Kantine haben wollte. Die Lösung war: Er ersetzte einfach den Keks durch etwas, was nicht dick macht.

Was das Überwinden einer Gewohnheit so schwer macht, ist das Verlangen nach der Belohnung, das man mit der Zeit entwickelt hat.

In Studien mit Tieren konnte Folgendes bewiesen werden: Wenn sich die Tiere an eine einfache Auslöser-Gewohnheit-Belohnung-Schleife gewöhnt haben, dann nimmt ihr Gehirn die Belohnung schon vorweg, bevor sie eintritt. Bleibt die Belohnung aber aus, reagieren die Tiere mit Frust und Ärger. Und so ist es bei uns Menschen auch.

Gute Gewohnheiten rufen ebenfalls Gelüste hervor. Beispielsweise konnte wissenschaftlich belegt werden, dass Menschen, die sich regelmäßig zum Sport motivieren können, sich davon eine Belohnung in Form von Endorphinen erhoffen. Endorphine sind drogenähnliche Botenstoffe, die der Körper selbst produziert. Das tut er unter anderem nach einer gewissen Zeit sportlicher Betätigung. Die Endorphine erzeugen ein Glücksgefühl und Erfolgserlebnis. Wie bei Drogen, will man davon irgendwann immer mehr. Genau dieses Verlangen verfestigt die Gewohnheit. Der Auslöser und die Belohnung allein reichen dafür aber nicht aus. Aber die Vorfreude auf die Belohnung bewirkt, dass wir die Gewohnheit ausführen.

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Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun was wir tun

Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun, was wir tun, von Charles Duhigg – Zusammenfassung Teil 1

Die Macht der Gewohnheit Zusammenfassung, Charles Duhigg, Teil 1

Gewohnheiten sind ein fixer Bestandteil unseres Lebens. Nicht nur Menschen haben Gewohnheiten, sondern auch Organisationen und Unternehmen. Dort bestimmen “kollektive” Gewohnheiten viele Abläufe. Gewohnheiten zu verändern ist nicht einfach. Wesentlich dabei sind “Schlüsselgewohnheiten”. Das sind Gewohnheiten, die gleich mehrere Verhaltenänderungen auf einmal bewirken – und das Ausmaß an Willenskraft, das man dafür aufwendet.

Gewohnheiten sind beständig und ersparen uns Anstrengung

Unser Gehirn versucht andauernd Energie zu sparen. Das gelingt ihm, indem es vormals individuelle Handlungen in Gewohnheiten umwandelt. Voraussetzung dafür ist, dass

  • die Handlung regelmäßig passiert
  • irgendeine Art Gewinn dabei herausspringt

Das hat den großen Vorteil, dass aus vorher komplizierten Tätigkeiten, die zunächst viel Konzentration erfordern, letztendlich mühelose Gewohnheiten werden. Ein gutes Beispiel ist das Autofahren. In der Fahrschule tut man sich damit noch schwer. Alles ist kompliziert und man muss sich andauernd anstrengen. Nach ein paar Jahren Fahrpraxis fährt man in Standardsituationen quasi vollautomatisch.

Studien legen nahe, dass mindestens 40 % der von uns täglich ausgeführten Handlungen gewohnheitsmäßig ablaufen und nicht auf bewussten Entscheidungen beruhen.

Die Gewohnheitsschleife

Charles Duhigg definiert in seinem Buch “Die Macht der Gewohnheit” zunächst, wie Gewohnheiten grundsätzlich funktionieren. Es ist wichtig, diesen grundsätzlichen Ablauf von Gewohnheiten zu verstehen.

Gewohnheiten sind nach Duhiggs Ansicht als Schleife angelegt. Diese besteht aus folgenden drei Phasen:

Gewohnheiten verlaufen in Schleifen: Auslöser - Gewohnheit - Belohnung

Zuerst nimmt man den Auslöser wahr. Das passiert in vielen Fällen unbewusst. Das heißt, die Auslöser sind nicht immer offensichtlich.

Es gibt einige “typische” Auslöser:

  • ein bestimmter Ort
  • eine bestimmte Uhrzeit
  • eine bestimmte Situation
  • ein bestimmtes Ereignis
  • etc.

Durch den Auslöser wird das Gehirn wird veranlasst, nach einer für diese Situation angemessenen Gewohnheit zu suchen.

Hat das Gehirn die naheliegendste Gewohnheit gefunden, leitet es deren Ausführung ein. Auch das geschieht vielfach unbewusst. Das Gehirn befinden sich sozusagen im Autopilot-Modus.

Dennoch ist die Gewohnheit das, was wir (meist währenddessen oder nachher) wahrnehmen.

Beispiele:

  • Rauchen
  • Facebook checken
  • Alkohol trinken
  • Süßes essen
  • sich am Kopf kratzen
  • Nägel beißen
  • etc.

Übrigens sind Gewohnheiten nicht nur Tätigkeiten. Auch Gedanken und Gefühle können zur Gewohnheit werden.

Auf die Gewohnheit folgt eine Belohnung. Diese besteht in der Regel in einem mehr oder weniger gutem Gefühl. Meistens ist es ein Erfolgserlebnis, das eine leichte Euphorie auslöst. Oft ist es aber auch ein Gefühl der Erleichterung.

Genau hier liegt der Schlüssel für die Veränderung von Gewohnheiten. Das Hirn verbindet nämlich die Belohnung mit dem Auslöser und der darauf folgenden Gewohnheit. Es lernt: Wenn dieser Auslöser kommt, dann muss ich genau das machen, damit ich zu meiner Belohnung komme.

 

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Die Macht der Gewohnheit: Warum wir tun was wir tun

Erfolgsgewohnheiten haben einen Kopierschutz

Gewohnheiten haben einen Kopierschutz

Ich lese viel über Gewohnheiten. Und es ist sehr viel Blödsinn dabei. Dazu gehören Artikel in der Art wie

10 Gewohnheiten, die erfolgreiche Menschen jeden Tag machen.

Dahinter steht folgende Idee:

Wenn ich genau das mache, was erfolgreiche Menschen tun, dann werde ich auch so erfolgreich wie sie.

Leider funktioniert das in der Regel nicht.

Bisweilen erhält man in derartigen Artikeln etwas seltsame Tipps wie

  • grüne Smoothies trinken
  • vor dem Frühstück arbeiten
  • etwas schnitzen oder
  • Austern öffnen.

Das kann ganz interessant sein und manchmal auch inspirierend. Aber die meisten dieser Gewohnheiten sind es nicht wert, nachgemacht zu werden.

Die Gewohnheiten erfolgreicher Menschen haben nämlich einen eingebauten Kopierschutz. Sie funktionieren für diese Menschen. Es gibt aber keine Garantie, dass sie auch für dich gut sind.

Warum ist das so?

Zum einen, weil die Gewohnheiten gar nichts mit dem Erfolg zu tun haben müssen.

Wir tappen gern in die Falle, Umständen eine Bedeutung zuzumessen, die sie gar nicht haben.

Zum Beispiel hätte ich starke Zweifel, wenn jemand behauptet, er hätte geschäftlichen Erfolg, weil er gewohnheitsmäßig grüne Smoothies trinkt. Und trotzdem wird das geglaubt, nur weil es jemand in einem Artikel geschrieben hat.

Der zweite, viel wichtigere Grund ist:

Erfolgreiche Menschen haben sich die Mühe gemacht, vorher jene Gewohnheiten herauszufinden, die für sie funktionieren.

Sie experimentierten. Sie probierten etwas aus, von dem sie dachten, dass es ihnen was bringen könnte. Wenn es funktionierte, behielten sie es bei, und wenn nicht, verwarfen sie es wieder.

Ja, erfolgreiche Menschen haben Gewohnheiten, die sie erfolgreich machen. Und sie haben diese durch oftmaliges Ausprobieren gesucht und gefunden.

Wenn du schon von erfolgreichen Menschen etwas kopieren möchtest, dann mache es auch so.

Denn die vermeintliche Abkürzung über die angeblichen Erfolgsgewohnheiten anderer ist meistens keine. Du musst für dich selber herausfinden, welche Gewohnheiten dir nützen, und welche nicht.

Gewohnheiten und Lebensstile, die nicht zu dir passen, können sogar das Gegenteil von dem bewirken, was du dir erhofft hast. Sie können einen Steve Jobs oder einen Elon Musk noch so erfolgreich gemacht haben. Wenn sie nicht in dein Lebenskonzept passen, schaden sie dir vielleicht.

Was kannst du also stattdessen tun?

Nimm die Erfolgsgewohnheiten anderer nur als Anregung und Inspiration.

Glaube nicht, dadurch den “geheimen Weg zum Erfolg” zu finden. Probiere aus, was dir gefällt und von dem du glaubst, dass es dir weiterhelfen könnte. Wenn es funktioniert, behalte es bei. Wenn nicht, verwirf es wieder.

Welche Gewohnheiten hast du schon ausprobiert und wieder verworfen?

5 Gewohnheiten, um Ablenkungen zu vermeiden

  • Ablenkungen kosten Zeit.
  • Bei bewussten Denkaufgaben braucht man mindestens 10 Minuten, um nach einer Unterbrechung wieder zur gleichen Produktivität zu kommen.
  • Multitasking ist ein Mythos, zumindest wenn es um bewusste Denkarbeit geht.
  • Herausfordernde geistige Tätigkeiten gelingen nur gut, wenn wir uns darauf konzentrieren.
  • Mit den richtigen Gewohnheiten kannst du Ablenkungen vermeiden und den Fokus auf wichtige Aufgaben richten.

Ablenkungen gehören zu den größten Produktivitätskillern. Sie halten dich davon ab, das zu tun, was du tun willst oder solltest. Sie verschwenden deine kostbare Zeit.

Die Welt um uns herum ist voller Ablenkungen. Und es werden immer mehr. Vor allem Handy und Internet verführen uns ständig. Dauernd poppt etwas auf, blinkt uns an oder macht Geräusche.

Ich stelle dir heute ein paar Techniken vor, mit denen du Ablenkungen weitgehend vermeiden kannst. Wähle eine aus, von der du glaubst, dass sie dir was bringt und mache sie dir zur Gewohnheit. Du wirst sehen, dass dich auch nur eine dieser Techniken ein ganzes Stück produktiver macht.

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2 Gewohnheiten, die dich 100 %ig erfolgreicher und glücklicher machen

Früher aufstehen und gut frühstücken sind Erfolgsgewohnheiten
  • Wenn du dir etwas Nützliches angewöhnen möchtest, dann stehe morgens früher auf.
  • Du gewinnst damit mehr Zeit.
  • Nutze die gewonnene Zeit für ein einfaches aber gesundes Frühstück.
  • So ein Frühstück kannst du dir ohne großen Aufwand machen.
  • Das wird deine Lebensqualität nachhaltig verbessern.

Immer wieder werde ich nach bewährten Erfolgsgewohnheiten gefragt. Das sind Gewohnheiten, die  dich erfolgreicher und glücklicher machen.

Ich werde daher in der nächsten Zeit einige wirklich gute Erfolgsgewohnheiten vorstellen. Gewohnheiten, die dir wirklich etwas bringen, die dich erfolgreicher machen und die dir mehr Zufriedenheit und Glücksgefühle verschaffen.

Im letzten Artikel habe ich dir schon so eine Erfolgsgewohnheit vorgestellt: Das 5 Minuten Journal. Falls du das noch nicht kennst, dann lies dir den Artikel jetzt gleich durch.

Das 5 Minuten Journal ist eine der besten Gewohnheiten, die du dir aneignen kannst. Es dauert nur rund 5 Minuten pro Tag und du bekommst dafür ein Vielfaches an besserer Lebensqualität.

Diesmal stelle ich dir zwei fast schon banale Gewohnheiten vor. Es sind eigentlich Selbstverständlichkeiten. Dennoch sind sie ungeheuer wirksam: Früh aufstehen und gut frühstücken.

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