Erfolgsgewohnheiten haben einen Kopierschutz

Gewohnheiten haben einen Kopierschutz

Ich lese viel über Gewohnheiten. Und es ist sehr viel Blödsinn dabei. Dazu gehören Artikel in der Art wie

10 Gewohnheiten, die erfolgreiche Menschen jeden Tag machen.

Dahinter steht folgende Idee:

Wenn ich genau das mache, was erfolgreiche Menschen tun, dann werde ich auch so erfolgreich wie sie.

Leider funktioniert das in der Regel nicht.

Bisweilen erhält man in derartigen Artikeln etwas seltsame Tipps wie

  • grüne Smoothies trinken
  • vor dem Frühstück arbeiten
  • etwas schnitzen oder
  • Austern öffnen.

Das kann ganz interessant sein und manchmal auch inspirierend. Aber die meisten dieser Gewohnheiten sind es nicht wert, nachgemacht zu werden.

Die Gewohnheiten erfolgreicher Menschen haben nämlich einen eingebauten Kopierschutz. Sie funktionieren für diese Menschen. Es gibt aber keine Garantie, dass sie auch für dich gut sind.

Warum ist das so?

Zum einen, weil die Gewohnheiten gar nichts mit dem Erfolg zu tun haben müssen.

Wir tappen gern in die Falle, Umständen eine Bedeutung zuzumessen, die sie gar nicht haben.

Zum Beispiel hätte ich starke Zweifel, wenn jemand behauptet, er hätte geschäftlichen Erfolg, weil er gewohnheitsmäßig grüne Smoothies trinkt. Und trotzdem wird das geglaubt, nur weil es jemand in einem Artikel geschrieben hat.

Der zweite, viel wichtigere Grund ist:

Erfolgreiche Menschen haben sich die Mühe gemacht, vorher jene Gewohnheiten herauszufinden, die für sie funktionieren.

Sie experimentierten. Sie probierten etwas aus, von dem sie dachten, dass es ihnen was bringen könnte. Wenn es funktionierte, behielten sie es bei, und wenn nicht, verwarfen sie es wieder.

Ja, erfolgreiche Menschen haben Gewohnheiten, die sie erfolgreich machen. Und sie haben diese durch oftmaliges Ausprobieren gesucht und gefunden.

Wenn du schon von erfolgreichen Menschen etwas kopieren möchtest, dann mache es auch so.

Denn die vermeintliche Abkürzung über die angeblichen Erfolgsgewohnheiten anderer ist meistens keine. Du musst für dich selber herausfinden, welche Gewohnheiten dir nützen, und welche nicht.

Gewohnheiten und Lebensstile, die nicht zu dir passen, können sogar das Gegenteil von dem bewirken, was du dir erhofft hast. Sie können einen Steve Jobs oder einen Elon Musk noch so erfolgreich gemacht haben. Wenn sie nicht in dein Lebenskonzept passen, schaden sie dir vielleicht.

Was kannst du also stattdessen tun?

Nimm die Erfolgsgewohnheiten anderer nur als Anregung und Inspiration.

Glaube nicht, dadurch den “geheimen Weg zum Erfolg” zu finden. Probiere aus, was dir gefällt und von dem du glaubst, dass es dir weiterhelfen könnte. Wenn es funktioniert, behalte es bei. Wenn nicht, verwirf es wieder.

Welche Gewohnheiten hast du schon ausprobiert und wieder verworfen?


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1 Kommentar

  • Yannic sagt:

    Hey Ewald, ein sehr schöner – und wie ich finde – wichtiger Artikel!
    In unserer Gesellschaft habe ich den Eindruck, dass sich ein Trend dahingehend entwickelt, dass die Personen bei jeglichen (Schein-)Problemen auf der Suche nach schnellen Lösungstechniken sind, statt erst einmal in sich selbst hineinzuhören und quasi eine maßgeschneiderte Lösung zu finden.

    Deswegen finde ich folgenden Satz so wichtig: „Erfolgreiche Menschen haben sich die Mühe gemacht, vorher jene Gewohnheiten herauszufinden, die für sie funktionieren.“

    Liebe Grüße
    Yannic

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