Disziplin lernen: So geht’s ganz einfach

Disziplin lernen

 

Möglicherweise ist dein Leben gerade in ziemlicher Unordnung. Es fällt dir schwer, die Disziplin aufzubringen, um etwas länger durchzuhalten. Du hast kaum Routinen für immer wiederkehrende Aufgaben entwickelt. Du verschiebst unangenehme Aufgaben immer wieder auf später. Kurz: du hast dein Leben nicht ganz unter Kontrolle.

Um dein Leben wieder in den Griff zu bekommen, brauchst du die richtigen Gewohnheiten und Routinen. Um dir diese anzutrainieren musst du – zumindest am Anfang – ein gewisses Maß an Disziplin und Willenskraft aufwenden.

Das kann schwierig sein, denn Disziplin kostet unserem Hirn viel Energie. Gewohnheiten sind dagegen, was den Energieverbrauch betrifft, richtige Sparmeister. Deswegen fühlen wir uns meistens nicht gut, wenn wir diszipliniert sein müssen. Denn unser Hirn will Energie sparen und signalisiert uns mit schlechten Gefühlen, dass wir gerade dabei sind, Energie zu verprassen.

Ich habe trotzdem eine gute Nachricht für dich: Auch Disziplin kann man sich zur Gewohnheit machen. Und das Schöne daran ist, dass es gar nicht schwierig ist.

Disziplin lernen ganz nebenbei

Weißt du, wie man einen Elefanten isst? Stück für Stück.

Suche dir eine kleine Aufgabe oder Tätigkeit, die jeden Tag anfällt, die du aber nicht besonders magst. Im Haushalt findest du sicher etwas. Du könntest beispielsweise sofort nach dem Frühstück deine Tasse abwaschen. Wichtig ist, dass du es leicht durchführen und dass du es wirklich jeden Tag tun kannst.

Mache diese Tätigkeit nun jeden Tag mindestens einmal. Öfter ist auch kein Problem, aber mache es nicht öfter als notwendig. Eine Tasse fünfmal abzuwaschen bringt ja nicht wirklich etwas. Mache es nicht irgendwie und nebenbei, sondern bewusst und sorgfältig.

Wenn du das Gefühl hast, dass dir das zu viel wird, dann verkleinere die Tätigkeit. Du könntest auch nur das Messer vom Frühstück abwaschen. Ganz egal was es ist, mache es jeden Tag.

Mehr geht immer

Wenn du das eine Zeit lang durchgehalten hast, merkst du vielleicht den Wunsch, ein wenig mehr zu machen. Komme diesem Wunsch ruhig nach. Aber immer nur in so kleinen Schritten, wie du ein gutes Gefühl dabei hast.

Du könntest zusätzlich zum Messer jetzt auch noch die Tasse abwaschen. Dann auch noch den Teller. Und irgendwann das ganze Frühstücksgeschirr. Danach machst du vielleicht auch noch die Spüle sauber und hängst das Geschirrtuch sorgfältig auf.

Du musst natürlich nicht das Geschirr abwaschen. Es kann ganz was anderes sein, was du normalerweise nicht so gerne hast. Wenn du es jeden Tag machen kannst und es sich in ganz kleine Tätigkeiten aufteilen lässt, ist es passend.

Vor 15 Jahren begann mein Rücken, mir große Probleme zu machen. Also machte ich eine Physiotherapie, wo man mir gymnastische Übungen zeigte. Diese sollte ich regelmäßig durchführen. Sofort alle Übungen zu machen und das auch noch regelmäßig, das gelang mir natürlich nicht

Da mir aber klar war, dass das der einfachste und günstigste Weg war, meine Rückenschmerzen dauerhaft in den Griff zu bekommen, habe ich mit einer einzigen Übung angefangen – jeden Tag fünf Minuten.

Mit der Zeit verspürte ich das Bedürfnis, ein wenig mehr zu trainieren. Ich machte zunächst die erste Übung absichtlich etwas schwieriger. Dann nahm ich eine zweite Übung mit dazu. Und später noch weitere. Heute mache ich acht Übungen in 20 Minuten und das vier bis fünf Mal pro Woche.

Freu dich danach

Erinnere dich kurz daran, als du einmal etwas Wichtiges und Schwieriges geschafft hast. Wie war dieses freudige und stolze Gefühl, das du damals hattest? Rufe dir genau dieses Gefühl in Erinnerung und schwelge ein wenig darin.

Hast du die tägliche Aufgabe für heute erledigt? Dann freue dich darüber! Lächle, oder noch besser lache. Und rufe dir nochmal dieses Gefühl von Stolz und Freude von vorhin in Erinnerung.

Es ist ungeheuer wichtig, dass du ein Gefühl der Freude erlebst, wenn du deine Aufgabe erledigt hast. Dein Hirn schüttet dann Glücksbotenstoffe aus. Und genau die sorgen dafür, dass du die Aufgabe morgen sehr wahrscheinlich wieder erledigen wirst.

Diese Übung hat eine verblüffende Wirkung, wenn du sie so wie beschrieben durchführst. Du trainierst dir damit Disziplin an. Außerdem stärkt sie mit der Zeit dein Selbstvertrauen, etwas durchhalten zu können.

Aber für’s Erste: Fange klein an, jeden Tag, bewusst und sorgfältig.

 


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